25 Januar 2012

#191

Heute Nachmittag war ich bei meinen Eltern. Neben den Pflichtanrufen, muss ich mich dort ab und zu blicken lassen und demonstrieren, dass es mir gut geht und heute war es wieder so weit. Meine Mutter begrüßte mich mit einem freundlichen „Kind, du siehst aber irgendwie müde aus. Schläfst du nicht genug?“ Nein, natürlich schlafe ich nicht gut. Keine Nacht mehr als 2 oder 3 Stunden. Und das sage ich ihr auch, obwohl ich ihre Antwort eigentlich schon kenne. „Ach, sag gar nichts. Darüber wollen wir gar nicht erst reden. Ich schlafe auch keine Nacht.“   

Und wieder dreht sich alles um sie. Wieder gibt sie mir mit der Art wie sie ihr Worte wählt und mit ihrem Tonfall das Gefühl, ich stelle mich nur an. Als wäre es eine Nichtigkeit. Ich weiß, dass sie krank ist. Das weiß ich seit 10 Jahren und genauso lange spielt es auch immer eine Rolle in unsere Familie. Fast alles dreht sich darum. „Sag das nicht, deine Mutter ist krank“. „Du musst das verstehen, deine Mutter ist krank“. „Nimm dich zurück, deine Mutter ist krank“. 

Das oben ist nur ein Beispiel. So ist es immer, wenn es mal um mein Empfinden geht und ich einmal ehrlich bin. Dann zeigt sie mir, dass ich kein Recht dazu habe. Weil es ihr viel schlechter geht. Und dann bin ich diejenige die sich wieder Vorwürfe macht, weil es wohl stimmt. 

2 Kommentare:

  1. es geht ihr vielleicht schlechter, aber das heißt nicht, dass die gefühle aller andren egal sind!

    schäner blog hast du (:

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