11 Januar 2012

#173

Heute ist wieder einer dieser Tagen, wo das Aufstehen einfach unmöglich und sinnlos ist. Draußen vor meinen Fenster ist es mittlerweile stockfinster. Der Lärm vorbeifahrender Autos klingt monoton. In etwa so monoton wie das, was ich mein Leben nenne. Ich krame den Aschenbecher hervor und zünde mir eine Zigarette an. Draußen regnet es mal wieder. Tropfen für Tropfen klatscht gegen die Scheiben, läuft, wie auch die Zeit, langsam gegen mich. Obwohl die Heizung an ist, ist es ist kalt hier drinnen. Mir ist kalt. Die Wände starren mich mit leeren Blicken an. Greifen mit ihren knöchrigen Fingern nach mir, als wollten sie mir auch den letzten Rest Leben aus diesem Körper saugen. Ich nehme einen weiteren Zug. Warum ich damals, eigentlich das Rauchen angefangen habe, das weiß ich nicht einmal mehr. Als würden meine ganzen anderen selbstzerstörerischen Hobbys nicht schon ausreichen. Aber was soll es schon. Meine blassen Arme sind von unzähligen Schnitten und Narben gezeichnet. Sie winden sich über die Innenseite meiner Unterarme. Manche tanzen aus der Reihe: Tief. Breit. Brandwunden. Ein paar wenige, nicht so tief, wie die anderen. Es ist, als würde man direkt auf das Trümmerfeld meiner Seele blicken. Als würde all der innere Schmerz zum Ausdruck kommen. Ab und an hoffe ich immer noch, dass irgendjemand kommt und meinen Schmerz und die Ängste versteht. Aber auch nach 7 Jahren bin ich alleine. Vielleicht hat es auch sein Gutes so. Keine Ahnung. Eigentlich habe ich von nichts eine Ahnung zur zeit. Ich weiß bloß, dass ich dieses Leben und mich oft genug nicht will oder ertragen kann.  Diese ganzen Bilder und Erinnerung - ich will sie nicht mehr sehen müssen. Ich will nicht mehr dieses Monster im Spiegel anblicken müssen. Ich werde mich niemals damit abfinden können, was ich jetzt bin. Wer ich damals einmal war. Und am wenigsten, kann ich damit zurecht kommen, was ihr aus mir gemacht habt. Was du, für einen Menschen (wenn man es so nennen kann) aus mir gemacht hast. Ich hasse mich, für jeden Atemzug den ich mache.

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