15 Oktober 2011

#56


Manchmal taucht das starke Bedürfnis auf, einfach aufzuspringen und zu laufen. Weit weg zu laufen. Zu fliehen. Vor der Angst, der Leere, der eisigen Kälte, dem Schwarz. Vor allem aber vor dem Leben, das mich mit messerscharfen Krallen gefangen hält. Es ist ein Kribbeln, das sich im ganzen Körper ausbreitet. Nicht mehr klar denken lässt und Unruhe stiftet. Jedoch ist da die bittere Erkenntnis, dass es kein Entkommen gibt. Man kann so weit laufen wie man möchte. Bis zur bloßen Erschöpfung. Es hört nicht auf. Das Leben lässt nicht los. Bei jedem Fluchtversuch drückt es sein Krallen nur noch fester in die Haut. Hinterlässt neue Wunden, neue Spuren. Und die Angst, die Leere, die Kälte und das Schwarz wachsen.

1 Kommentar:

  1. Und was einmal schön und unschuldig war, ist schon vor langer Zeit zu einer schauerlichen Fratze zusammengeschmolzen.

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